Na, die Damen? Juckt es Sie in den Fingern? Können Sie die Scheren kaum noch von den Krawatten der Herren fernhalten? Nein, Sie haben recht. Mit dem heutigen Tag der „Weiberfastnacht“ beginnt zwar vor allem im Rheinland die fünfte Jahreszeit und ein wenig Karneval feiern fänden wir schon auch ganz nett, aber diese symbolische Machtbeschneidung der Herren kommt aus den Fünfzigern und sollte vielleicht auch langsam mit dem tradierten Denken dieser Zeit begraben werden. Und anders als die Jecken in Köln, sind wir Berliner*innen zu Karneval auch in Nicht-Pandemiezeiten gar nicht so anders als sonst. Comedian Felix Lobrecht hat diese Berliner Mentalität mit einem anderen deutschen Volksspaß treffend in Verbindung gebracht:
„Mir ist aufgefallen, so ein wesentlicher Unterschied zwischen Berlin und München ist, wenn sich bei uns in Berlin mehrere tausend Menschen in lächerlichen Klamotten völlig besoffen vollkotzen, nennen wir das nicht Oktoberfest, sondern Dienstag.“
Welcome back to Berlin!
Da uns Karneval also in der Hauptstadt nicht so besonders in Wallung versetzt, widmen wir uns heute einem Thema, das uns sehr wohl berührt: Licht.
Der Januar war geradezu niederschmetternd dunkel. Und das kam uns nicht nur so vor: laut Statista lagen die Sonnenstunden mit nur 35 im gesamten Monat auch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Mit Dunkelheit kennt sich auch Dark Matter aus. Diese außergewöhnliche Ausstellung in einem alten Fabrikgebäude in Berlin Lichtenberg vereint dynamische Lichtinstallationen mit Klang und interaktiven Elementen. Wirklich einzigartig und die perfekte Ablenkung von der ungewollten Dunkelheit draußen. (© Fotos: Dark Matter Berlin)
Licht ist außerdem das Leitmotiv von Light Art Space. Diese spartenübergreifende Plattform gibt der Kunst genauso eine Bühne wie der Technik und der Wissenschaft. Dieser Kombination hat sich für die aktuelle Ausstellung „Ent-“ auch die britische Künstlerin und Quantenphysikerin Dr. Libby Heaney bedient. In einer Interpretation von Hieronymus Boschs „Garten der Lüste“ vereint ihre 360°-Installation Quantencomputing mit der Darstellung ihrer eigenen Aquarelle. Was für eine Kombination! (© Foto: Libby Heaney)
Für die, denen der Sinn nach eher irdischen Helligkeitsfreuden steht, dürften die zahlreichen Lampengeschäfte der Stadt ein Ziel der Wahl sein. Keine 50 Meter von uns entfernt kann man etwa bei Loupiottes Ballhaus-Kollektion schwach werden (Dresdener Straße 20). Aber auch Kramari bei der Marheineke Markthalle (perfekter Ort für die Stärkung zwischendurch) oder Lamps and more in Schöneberg sind betretbare Schatztruhen für alle, die um die Wichtigkeit von atmosphärischem Licht wissen. (© Foto: Loupiotte)
Auch bei uns spielt schönes Licht eine wichtige Rolle. Genug davon zum Lesen auf dem Zimmer, wenig genug im Restaurant für ein warmes, entspanntes Ambiente. Aber was erzählen wir Ihnen da? Das wissen Sie natürlich alles. Bevor wir hier weiter ins Schwärmen abdriften, sagen wir für heute:
Berlin, Alaaf! Es war uns wieder eine helle Freude mit Ihnen.