Postkästen vor einer Wand mit buntem Graffiti von Pilzen und Pflanzen.

#43

Welcome to Berlin #43

KW 28/2022

„Mitte“. Was für ein Name für einen Stadtbezirk, oder? Man kann sich zumindest sehr schnell vorstellen, wo in Berlin Mitte liegen könnte – das ist keine Falle. Aber was genau bedeutet dieses „Mitte“, wer und was lebt hier, warum sollte man wo genau hingehen? Wir schauen uns das mal zusammen an. Nicht, dass Sie vor lauter Sehenswürdigkeiten den Kopf verlieren und nicht mehr zu uns finden.

Dieser Anblick wird vielen von Ihnen bestens bekannt sein, ist der Hauptbahnhof doch oft der erste, der Sie bei einem Besuch bei uns begrüßt. 

Ähnlich bekannt sind viele andere der Berliner Hauptattraktionen – alle beheimatet in Mitte: der Fernsehturm am Alexanderplatz, die Museumsinsel, das Regierungsviertel, der Potsdamer Platz, das Brandenburger Tor, die meisten der großen Theater und, nicht zu vergessen, mit dem Nikolaiviertel der älteste Teil der Stadt. Doch da wir diese Sehenswürdigkeiten alle schon zusammen besucht haben, begeben wir uns jetzt auf die Suche nach dem, was Mitte noch so zu bieten hat.

Da müssen wir wirklich nicht lange suchen. Absoluter Publikumsmagnet ist der Hackesche Markt (zwei S-Bahn-Stationen vom Hauptbahnhof entfernt). Der Wochenmarkt lädt donnerstags und samstags von 9:00 bis 18:00 Uhr zum Schauen und Schlemmen ein. Die Gegend um den Hackeschen Markt wiederum kennt keine Öffnungszeiten. Das angesagte Viertel ist beliebt bei jungen Nachtschwärmern, Kunststudentinnen sowie Shoppingfans, die kleine Designerlabels, Secondhandmode und die großen Marken dicht nebeneinander suchen.

Wenn man schon mal hier ist, ist ein Besuch der pittoresken Hackeschen Höfe absolutes Pflichtprogramm – um Kunst zu erleben, Kaffee zu trinken oder die denkmalgeschützten Gewerbehöfe mit ihren bunten Kacheln zu bewundern.

Die kleine Hinterhoftour beendet man am besten in den angrenzenden Rosenhöfen bei einem Aperitif – nur jetzt noch nicht betrinken, bitte, damit Ihnen beim Anblick der wunderschönen historischen Wendeltreppe am Ausgang nicht schwindelig wird.

Wir folgen jetzt der Alten Schönhauser Straße und befinden uns somit schon mitten im historischen Scheunenviertel.

Dabei passieren wird das Volkskaffeehaus von 1890, einst eine soziale Einrichtung für verarmte Männer und Frauen, die hier – getrennt voneinander – für wenig Geld essen und trinken konnten. Heute findet Männlein wie Weiblein hier feine Mode – gerne auch Hand in Hand.

Abends in die traditionell „rote“ Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz oder weiter zum hippen Rosenthaler Platz? Ach, am Theater ist ja gerade Sommerpause. Am besten erstmal auf einen der fantastischen Rosinenknoten oder eine legendäre Zimtschnecke bei Zeit für Brot. Die Biobäckerei und -konditorei mit gläserner Backstube und mehreren Filialen in Berlin, Hamburg, Stuttgart und Frankfurt ist zu Recht tierisch beliebt.

Wenn wir uns jetzt weiter Richtung Südosten begeben, vorbei an Rotem Rathaus und Berliner Dom, kommen wir zur Parochialkirchein der Klosterstraße. Um 9:00, 12:00, 15:00 und 18:00 Uhr machen die 52 Glocken des erst sechs Jahre alten Glockenspiels Eindruck mit einem neuen Lied zu jeder Spielzeit. Auch der Hof der Kirche lohnt wirklich einen Besuch.

Nur ein paar Meter weiter kommen wir zur Alten Münze. Dieser Gebäudekomplex beherbergte einst ein Münzprägewerk – daher der Name. Wo früher also das Geld den Takt angab, ist es heute die Kunst, die noch dem großen Innenhof einen unverwechselbar lebendigen Geist einhaucht. Die vielen großen Veranstaltungssäle bieten Platz für temporäre Kunstausstellungen, Ravepartys bis in die frühen Morgenstunden, ausgelassene CSD Aftershows oder tiefgehende Theaterproben. In den kleineren Räumen finden einzelne Künstlerinnen und Organisationen Platz, das super gemütliche Café The Greens sollte man sich nicht entgehen lassen. 

Nach all dem, was wir heute entdeckt haben, mag man kaum glauben, dass unser Nachbarbezirk Mitte der zweitkleinste Berliner Bezirk ist. Wir haben für heute jedenfalls genug neue Eindrücke gesammelt und kehren zurück in den kleinsten Bezirk, unsere Heimat Friedrichshain-Kreuzberg. Bei X-Berg-Duck und Livemusik lassen sich neue Eindrücke immer noch am besten verarbeiten!

TO BE CONTINUED...